Eine Kurzgeschichte über die Rettung der Welt und das weibliche Stadtwesen.
von søna
Wenn sie wirkt, gibt sie weiter.
18:30 Staatsgalerie Stuttgart – after work
Donnerstag, 25. Juli 2024: Paare – Zwischen Zweisamkeit und Individualität
Danach gibt es einen Cocktail von »Paul & George« an der Bar – angeregte Gespräche über die Welt und Kunst inklusive.
„Schön“, dachte er, „danach gibt es einen Cocktail. Ein Glas Wein wäre mir lieber. Aber gut – dann halt Cocktail.“
Der Sommer 2024 war bis dahin – wie der bisherige Teil des Jahres – eine ziemliche Pleite. Nicht nur das Wetter war eine Enttäuschung. Die Stimmung im Land war schlecht, die Perspektiven trüb, der Ausblick bescheiden. Die wirtschaftliche Lage im Land war angespannt und das kollektive Bewusstsein hatte erfasst, dass in diesem Staat nichts mehr wirklich funktionierte. Der Zustand der Bahn war symptomatisch. Und nun auch noch der Sommer. Er hatte lange auf sich warten lassen. Es war zu nass und zu kalt. Auch, wenn die Meteorologen steif und fest behaupteten, dass die Temperaturen oberhalb des langfristigen Mittel liegen würden. Nein, dieser Sommer war eine Enttäuschung. Eine große Enttäuschung – das Ende einer Täuschung. Das Vortäuschen von Leichtigkeit und Beschwingtheit durch warme Temperaturen, das Gefühl von Freiheit und Heiterkeit durch das Tragen von leichter Kleidung.
Das Vortäuschen war ausgeblieben. Da war einfach nichts. Nicht einmal eine stille Leere. Nein, der Sommer 2024 war selbst dafür zu abgemagert und ausgemergelt. Er passte zu diesem merkwürdigen Jahr, in dem sich alles veränderte, kein Stein auf dem anderen blieb, Biografien zerrissen wurden und Existenzen einfach aufhörten zu sein. Sie wurden nicht ausgelöscht. Sie hörten einfach auf zu sein, verschwanden lautlos und waren plötzlich nicht mehr da. Nicht, dass man es mitbekommen hätte. Dafür hätte man hinsehen und sich interessieren müssen. Aber wer wollte das schon? Und so hörten sie einfach auf zu sein. Unbeachtet, unbemerkt. So war es auch mit diesem Sommer. Er hörte einfach auf zu sein. In seinem Fall, bevor er überhaupt richtig war. Aber dieses Gefühl lag noch in der Zukunft. Es gab es noch nicht.
Der totgesagte Sommer gab sich Mühe. Gleich einer sterbenden Pflanze sammelte er kurz vor seinem Tod noch einmal alle Kräfte für ein kurzes Aufblühen. So schien es. Oder er hatte lang Anlauf genommen. Sich konzentriert, alle Muskeln angespannt, um sich im richtigen Moment zu entladen. Plötzlich – aus dem Nichts – stand in der Stadt die Luft. Sie wurde klebrig, füllte sich mit Gerüchen von Menschen, Verkehr und stehender Feuchte. Wer ein Gebäude verließ, lief gegen eine unsichtbare Wand aus warm und klebrig. Die Nacht kühlte nicht. Sie brachte Geräusche und ein Gefühl von Schweiß, Bilder von Menschen vor dem inneren Auge, in stehender Stadtluft vereint. Dazu Neonlicht im Dunkeln – aber erst später. Denn dafür war es noch zu früh. Auch gab es keine nassen Straßen, in denen es sich hätte spiegeln können. Es gab nichts außer dieser klebrigen Luft, die nach Stadt schmeckte und die Nase verstopfte.
Er stand am unteren Treppenabsatz. „Danach gibt es einen Cocktail.“, klang seine Stimme in ihm. „Was mache ich hier eigentlich?“ Sicher, er musste raus aus seinen vier Wänden. Sich überwinden, raus aus dem Schneckenhaus, die schützenden Wände seiner Theoriegebäude verlassen und sich dem wahren Leben stellen. Aber warum denn eigentlich? „Weil Du es so willst.“, sagte er zu sich selbst. Aber warum ausgerechnet „Paare – Zwischen Zweisamkeit und Individualität“? Er hatte sich fest vorgenommen, ein Gespräch zu beginnen. Beim Cocktail danach. Was soll Zweisamkeit eigentlich sein? Gemeinsam einsam? Oder zu zweit einsam? Ein Jeder für sich? Sind zwei Einsame zweisam? Ist das Wort nicht einfach nur eine total dämliche Worthülse? Pseudo-intellektuell überhöht? Mit vermeintlichem Sprachwitz versehen? Und im Kern einfach nur platt?
Er spürte, wie er begann, sich aufzuregen. Über minderbemittelte Sprachakrobaten, die die Geschichte hervorgebracht hatte und die sich daran gemacht hatten, „zwei“ und „Einsamkeit“ zu kombinieren. Widersprüche wurden sprachlich vereint zu einem neuen Ganzen. Ein Kardinalzahlwort wurde mit einem Substantiv verschmolzen. So einfach ging das in der Sprache. Mathematisch gesehen Nonsens, schon weil die Basis nicht identisch war – und im realen Leben eine der größten Herausforderungen für einen Menschen. Eine der großen Drei: Wo will ich leben? Was will ich machen? Mit wem will ich sein?
Zweisamkeit beschreibt einen emotionalen und sozialen Zustand, der für Menschen von großer Bedeutung ist. Genau genommen ist Zweisamkeit ein Gefühl. Das Gefühl, mit einem anderen Menschen eng verbunden zu sein und Zeit exklusiv miteinander zu verbringen. Es impliziert eine besondere Form der Intimität und des Zusammenseins, die sich von anderen sozialen Interaktionen unterscheidet. Zweisamkeit vermittelt Geborgenheit, Zusammen-gehörigkeit und gibt emotionale Sicherheit. Das Lexikon in ihm sprach lautlos in seinem Ohr.
„Und wieder die Sprachakrobaten an der Arbeit.“, dachte er. Individualität ist ein Konzept. Ein höchst gesundes. Abseits der Uniformität und kollektiven Verblödung sichert es dem Menschen das intellektuelle Überleben, das Sein. Die bewusste Existenz, die einfach aufhören kann, zu sein. Zum Beispiel, wenn der Mensch Teil eines tumben Schwarms wird, wie es dieser Tage oft zu sehen war.
„Über noise und bias zu philosophieren, ginge gewiss zu weit,“ dachte er, „aber so ein bisschen könnte man ja schon über das nachdenken, was ein Individuum in der Masse sicht- und erlebbar macht. Gewiss nicht Uniformität und Teil einer Schwarmintelligenz.“ Warum sollten Paare also zwischen Zweisamkeit und Individualität stehen? Warum sollten sie sich entscheiden zwischen links oder rechts? Als ob Individualität und Zweisamkeit sich ausschlössen.
Natürlich nicht.
Erst durch die Individualität wird die Zweisamkeit besonders wertvoll und einzigartig. Zwei Individuen, jede Seele sichtbar und unverwechselbar – die finden sich. Die geben sich hin. Exklusiv. Wo soll da ein ‚zwischen‘ sein?
„Das ‚zwischen‘ muss weg!“, sagte er überraschend laut und musste lächeln. Über sich selbst. „Was man halt so denkt – am unteren Treppenabsatz. Danach gibt es einen Cocktail.“ Er war fest entschlossen, ein Gespräch mit einem unschuldigen Menschen zu beginnen und eilte eben nicht die Stufen hinauf. Gemessenen Schrittes ging er hinauf – in der Hoffnung, die Stadtluft hinter sich zu lassen.
Über die Ausstellung fiel der Mantel des Schweigens als das letzte Bild betrachtet und optisch leer gesogen war. Die Besucher schwappten an den Tresen, der – trotz Ankündigung – nicht vorbereitet war für die durstenden Kehlen, die Stillung suchten.
Das Bildungsbürgertum vergaß die anerzogenen Umgangsformen. Als ob es nicht schon warm genug war, drängten sich Leiber dicht – um sich ablehnend zu spüren, während sie die körperliche Nähe offensichtlich suchten. Er stand etwas abseits und beobachtete das Treiben. Eine Wasserstelle der Großstadt lud zur Erfrischung ein. Und so drängten sich die Stadtwesen um zuckriges, kühles Nass – wissend oder hoffend, dass der enthaltene Alkohol das Seine beitragen würde, um den versprochenen angeregten Gesprächen über die Welt und Kunst Raum und Zeit zu verschaffen.
Der erste Schwung Menschen schwappte vom Tresen zurück. Vor der nächsten Welle trat er elegant an das Ufer des Getränkesumpfes und bestellte ein Glas Weißwein – mit etwas Eis. Ein Affront für einen Weinkenner, aber in weiser Voraussicht ob der nächsten Welle Mensch, die den Zugang zu Nachschub gewiss blockieren würde.
Er glaubte die Beute sicher in der Hand. Drehte sich um, verfing sich in einem Ellenbogen eines Mitdurstenden und verlor unwiederbringlich den Inhalt seines Glases an das Kleid der Frau, die aus dem Nichts ihm gegenüberstand. Das leuchtende Grün des Kleides färbte sich in Bruchteilen einer Sekunde unterhalb ihrer Brust in ein dunkles Nass.
Sein Blick kletterte vom Nass nach oben. Wissend, dass er eine Frau in eine unangenehme und sich selbst in eine höchst peinliche Situation gebracht hatte. Er erwartete den berechtigten Wutausbruch und legte sich eine stammelnde Entschuldigung auf die Lippen. Grüne Augen schauten ihn an. Irgendwie lachend, während das Gesicht dazu den Ärger kaum verbarg. Die Zeit gefror und ließ alle Menschen für einen Augenblick erstarren. Alles um ihn herum verschwamm zu einer Tapete, kreisförmig eine Manege formend.
Der Wutausbruch blieb aus. Er nahm seine Entschuldigung von den Lippen. Reichte sie der Frau. Sie ließ seine Silben fallen. Sie klirrten auf den Boden, zersprangen zu Nichts. Der Erdbeermund unter den grünen Augen sagte nur zwei Worte. „Und? Weiter?“
Eine lähmende Leere erfasste ihn. Das weibliche Stadtwesen in nassgrün folgte nicht den Regeln, die in gesellschaftlichen Konventionen festgelegt nun hätten abgespult werden müssen. Er hätte ungelenkt anbieten müssen, etwas zum Trocknen ihres Kleides zu besorgen. Sie hätte es sich verbeten, dass er an ihr herumtupft und hätte selbst versucht, ihr Kleid zu retten. Er hätte ihr Getränke, Taxi, Reinigung anzudienen – was sie wiederum ablehnen würde. Und so weiter. Dieses konventionelle Gespräch fand in einem Augenaufschlag von ihr statt und wurde von ihr mit den Worten „Und? Weiter?“ quittiert.
Unsicherheit erfasste ihn. „Es wäre nicht von Nachteil, wenn mir jetzt etwas einfallen würde.“ Doch wohin er auch in seinem Kopf fasste, in welches Regal er auch griff – da war nichts, was passend war für Grünauge und Erdbeermund. Die grünen Augen schenkten ihm ein Lächeln, der Erdbeermund schwieg. Das weibliche Stadtwesen in nassgrün wartete. Ein Anfall von spontanem Irrsinn ergriff ihn. Er spürte wie der Gedanke in ihm hervorquoll. Unaufhaltsam bahnte er sich seinen Weg zu seinem Mund. Und aus dem Nichts hörte er sich plötzlich selbst sagen: „Ich könnte es mit einem Spruch aus den 80-ern versuchen. Soll ich Dir aus den nassen Sachen raushelfen?“
Man kennt diese Momente, in denen man hofft, dass der Boden sich auftut und einen verschlingen möge. So fühlte er sich und fragte sich, was er da gerade von sich gegeben hatte. Welcher Teufel hatte ihn da nur geritten? Der Boden tat sich nicht auf. Er wurde nicht verschlungen. Er stand da – inmitten der Manege umgeben von Tapetenmenschen und musste sich sich selbst stellen. Warum hatte er das jetzt gesagt?
Die grünen Augen wurden klein, der Erdbeermund formte sich zu einem „o“, sagte aber nichts. Das weibliche Stadtwesen war sichtlich irritiert, ob der vermeintlichen Unverschämtheit. Offensichtlich ging es ihr wie ihm. Er konnte sehen, wie sie in Regale nach Worthülsen und vorgefertigten Sätzen griff, verwarf und nicht fündig wurde.
Sie fing sich. Atmete ein und er erwartete die nun kommende Beschimpfung, die er mehr als verdient hatte. Vorausschauend versuchte er seine Ohren auf „weit weg“ zu stellen, bereit für eine schrille Tonlage. Stattdessen formte der Erdbeermund leise Töne und setzte behutsam Silben zusammen, die etwas sagten wie „Auch eine Entschuldigung. Aber ich akzeptiere nicht.“
Er blieb an einem sanft dahinrollenden „r“ in ihrem Satz hängen. Wie kann man so sanft, aber bestimmt sagen „Was sind Sie für ein Trottel? Was für ein unverschämter Idiot?“? Das weibliche Stadtwesen in nassgrün konnte. Sanft – mit einem rollenden „r“. „Ich akzeptiere nicht.“
Keine Entschuldigung. Kein Vergeben. Ein klares Nein. Sie folgte nicht den Regeln, die – in gesellschaftlichen Konventionen festgelegt – nun hätten abgespult werden müssen. Der Boden tat sich noch immer nicht auf; er wurde nicht verschlungen. Die grünen Augen schauten ihn herausfordernd an. Das Nass hatte sich mittlerweile den Weg bis zu ihrem Schritt gebahnt und wirkte wie ein Hinweisschild.
Es gibt Momente, in denen man nicht auf das Offensichtliche schauen, geschweige denn starren sollte. Dies war einer dieser Momente. Er hatte seine Blicke nicht im Griff. Und wusste in diesem Augenblick, dass sie es wusste. Sie hatte ihn ertappt, er doppelt verloren.
Sekunden formten eine neue Art der Zeitrechnung. Sie bildeten eine klebrige Masse in der Manege – eher grau als gelb und hielten ihn an Ort, Stelle und Zeit. Eingefroren in seinen Worten und ihrer Replik, die nichts an Erklärung nach sich zog. Das sanft dahinrollende “r” glich einer auslaufenden Welle an einem endlosen Sandstrand in der Abendsonne und hinterließ beim Zurückziehen die nackten Fakten. In diesem Fall ein in großen Lettern sich manifestierendes “NEIN”. Sie akzeptierte nicht – einfach übersetzt: nein. Kein Du. Kein Heraushelfen aus nassen Klamotten. Kein Spruch aus den 80-ern. Nein.
Das weibliche Stadtwesen spiegelte seinen festgeklebten Blick. Grüne Augen glitten an ihm herab. Von der Brust über die Körpermitte zu seinem Schritt. Der Erdbeermund formte ein Lächeln, die Augen einen spöttischen Blick. “Zwei widersprüchliche Ausdrücke gleichzeitig.”, dachte er. “Wie geht so etwas?” und hörte sich selbst nichts sagen.
Die klebrige Zeit kannte kein Erbarmen. Das Grau, das ihn festhielt, löste sich nicht. Der Schleim der Zeit kroch an seinen Beinen hoch und ließ ihn Stück für Stück mit dem Boden verwachsen. Bewegung, ja Flucht, unmöglich. Fixiert stand er dem weiblichen Stadtwesen gegenüber. Sie holte aus. Nicht grob, nicht brutal. Sanft, aber zielsicher. Knock-Out. “Und? Kommt da noch was?”
“Ich bin nicht gut, in diesen gut oder schlecht Dingen.”, sagte er. “Gehört dieser Moment in die Gut-Schublade oder in die Schlecht-Schublade?”
Der Erdbeermund unter den grünen Augen blieb beim Lächeln. Der spöttische Blick der grünen Augen wich einem kurzen Leuchten. Ein kurzes Aufflackern wie bei einer Kerze kurz vor dem Erlöschen. Nach dem schnellen Flackern kehrte das Licht erneut in die Augen zurück und ließ sie lachen. Laut lachten die Augen des weiblichen Stadtwesens, während der Erdbeermund darunter still in die Manege sagte: “Na also – es geht doch.”
Der Schleim der Zeit löste sich von Geisterhand. Das Karussell der gefrorenen Menschen begann sich zu drehen, die Tapete, die die Manege formte, verschwand zu Nichts. Die Zeit entsann sich, begann neu und setzte ihren Lauf fort. Er fühlte sich befreit und wusste: “Diese Frau kann zaubern. Sie beherrscht Raum und Zeit. Sie kann nicht von dieser Welt sein. Nicht aus dem Hier und Jetzt.”
“In die Gut-Schublade.”, sagte der Erdbeermund. “Wie ist es? Wollen Sie weiter ‘ungeschickter Kellner’ spielen? Oder wollen Sie sich draußen mit mir anschweigen?”
Sie ließ ihn stehen und ging in Richtung Ausgang, wissend, dass er ihr folgen würde. Sein schlechtes Gewissen würde ihm nichts anderes erlauben. Er musste ihrer Einladung Folge leisten. Das Spiel hatte begonnen – und ihre Karten waren mehr als gut.
Draußen, am oberen Absatz der Treppe war das Dunkel der Nacht noch immer nicht angekommen. Zu früh. Die Stadtluft schien einen Hauch weniger klebrig als bei der Ankunft – dafür aber schmeckte sie mehr nach U-Bahn.
Das weibliche Stadtwesen setzte sich auf die oberste Stufe und klopfte zweimal schnell hintereinander rechts neben sich auf den warmen Stein. Sie bestellte ihn zu sich, wiederum wissend, dass er nicht ablehnen konnte. Sie knipste ein Lächeln an und schaute stier geradeaus in Richtung der Stadtmitte.
Er gehorchte, setzte sich rechts neben sie und revoltierte. Still. Leise. Aber mit Verve. Er setzte sich breitbeinig neben sie, die Ellenbogen auf die Knie gestützt, den Blick ebenfalls ins Nichts. Die Stadtluft quoll zu ihnen auf und hüllte sie in eine Wolke aus Gerüchen, die gerade waren. Ein Stück Vergangenes zog zu ihnen – die olfaktorische Erinnerung dessen, was gerade gewesen war.
„Und?“, fragte sie. „Was machen Sie sonst so, wenn sie nicht gerade versuchen, fremde Frauen zu ertränken?“
„Ich rette die Welt.“
„Gut.“, erwiderte sie. „Dann muss ich sie nicht immer wieder neu erschaffen.“
„Adam“, sagte er.
„Eva.“ Die grünen Augen lachten.
Sie gaben sich die Hand.
„Peter Adam.“
„Eva Stark.“ Sie schaute ihn an. „Du heißt ab jetzt trotzdem Adam. Sonst passt es nicht.“
„Was verstehst Du unter ‚Zweisamkeit‘?“ Er erinnerte sich bei dem Blick auf die Stufen, dass er sich vorgenommen hatte, ein Gespräch zu beginnen. Denn so war es angekündigt. Danach gibt es einen Cocktail und angeregte Gespräche. Eigentlich wollte er mit einem unschuldigen Menschen ein Gespräch beginnen. Eva war gewiss weder Mensch, noch unschuldig – aber er wollte da nicht so kleinlich sein. „Haben wir gerade Zweisamkeit?“
Das weibliche Stadtwesen namens Eva zuckte mit den Schultern. „Ach Adam, warum stellst Du immer die falschen Fragen? Mach‘ den Moment nicht kaputt. Schweig‘ mit mir – und rette die Welt.“ Eva drehte sich zu Adam um. „Denn das ist es doch, was Du tust, nicht wahr?“ Ihr Blick ging wieder zurück in Richtung Stadtmitte.
Peter, der ab nun Adam hieß, schwieg nicht. „Eva – vom Baum der Erkenntnis zu naschen ist gefährlich. Äpfel sind nicht gut für uns. Du hast es schon einmal versaut. Hör‘ nicht auf die Schlange. Hilf‘ mir lieber dabei, die Welt zu retten.“
Das weibliche Stadtwesen streckte den Rücken gerade, dehnte sich, lehnte ihren Kopf einmal in Richtung linke Schulter herab, einmal nach rechts. Ein leises Knacken im Genick quittierte, dass alle Wirbel sich an der richtigen Stelle versammelt hatten. Sie stand auf und streckte Adam ihre rechte Hand entgegen: „Komm!“
„Wohin gehen wir?“
„Die Welt retten. Das wolltest Du doch.“
Gib die Geschichte weiter.