New Pop-Art aus Stuttgart… pictures & traces. Eine Mischung aus klassischer Kunstfotografie und New Pop Art, Fine Print und NFT. Entstanden über viele Jahre – von der ersten selbstgebauten Linse im Stuttgarter Garten (2011) bis zur Gegenwart.

pictures & traces widmet sich den verborgenen Schätzen des Alltags – oft übersehenen Blicken und Dingen, die dem menschlichen Auge verborgen bleiben. Das Projekt spielt mit verschiedenen Lichtspektren, um die Spuren der Bilder bewusst zu übertreiben und greifbar zu machen. Selbstgefertigte Linsen erzeugen dabei einzigartige Farbwelten, die so kein zweites Mal existieren.

Jedes Werk besteht aus fünf Elementen: einem Diptychon als hochwertigem Kunstdruck in Museumsqualität – quadratische Werke im Format 700 × 700 mm, Panoramen im Format 2100 × 700 mm (3:1), alle auf FujiCrystal hinter 4 mm Acrylglas – sowie optional einem digitalen Triptychon (Fine Art, New Pop Art und Video) als drei NFTs, jeweils mindestens in 4K. Das 3:1-Panoramaformat ist dabei ebenso bewusst gewählt wie das Quadrat: Beide brechen mit den gängigen Sehgewohnheiten und zwingen das Auge in eine andere Bewegung.

the wall / 2019

Fine Art
Industriewand, Stuttgarter Wagenhallen. Steine, Schrauben, Schichten – das Gedächtnis einer Industriekultur, die sich weigert zu verschwinden. Das Licht fällt schräg, der Ausschnitt erzählt alles.

New Pop Art
Die Struktur bleibt – aber das Material beginnt zu leuchten. Rost wird zu Gold, Beton zu Kobalt, Schraubenköpfe zu Kompositionspunkten in einem Neon-Relief.

Stuttgarter Wagenhallen, 2019. Eine Wand. Steine, Schrauben, Schichten – das Gedächtnis einer Industriekultur, die sich weigert zu verschwinden. The wall sucht nicht das große Bild, sondern den Ausschnitt, der alles erzählt. Die Struktur, die das Auge normalerweise übersieht. Das Licht, das zeigt, was dahinter steckt. Pink Floyd ist nah – aber die Wand hier fällt nicht. Sie leuchtet.

circles / 2018

Fine Art
Zwei Lichtreflexe in warmem Nude-Pastelton – entstanden mit einer selbstgebauten Linse, optimiert auf möglichst runde Bokeh-Kreise und sanfte Farbübergänge. Abstrakt, ruhig, fast meditativ. Zwei Kreise wie Zellen oder Planeten in einem frühen Universum.

New Pop Art
Dieselben Kreise, aufgeladen: Cyan, Magenta, Lila – das Licht explodiert aus denselben Formen. Die Quelle ist identisch, das Spektrum ein anderes. Same source. Different truth.

Entstanden 2018 als Experiment mit einer selbstgebauten Linse. Ziel: möglichst runde Lichtreflexe, sanfte Pastelltöne, ein Farbspektrum am Rand des Sichtbaren. Was dabei entstand, war mehr als ein Test – es war ein eigenständiges Werk. Zwei Kreise. Zwei Welten. Dieselbe Quelle, ein anderes Licht.

the beast / 2024

Fine Art
Der Heckspoiler eines Porsche im Schwarzwald – kühles Silber-Grau, klarer Himmel, präzise Linien. Ingenieurskunst als Skulptur. Sachlich, elegant, fast meditativ.

New Pop Art
Magenta-Himmel, Cyan-Karosserie, Rot-Grün-Reflexe in den Chromflächen. Das Tier zeigt seine wahre Natur. Aus Ingenieurskunst wird galaktisches Cockpit.

„riding the beast“ entstand 2024 irgendwo im Schwarzwald. Zwischen Kurve und Horizont, ein Porsche – aber das ist nicht die Geschichte. Die Geschichte steckt in den Flächen: dem Spoiler, der sich wie eine Flosse aus dem Blech schält, den Reflexen, die den Himmel ins Metall falten, den Schatten, die zeigen, was der Ingenieur wirklich gemeint hat. Riding the beast beginnt als präzise Beobachtung – und endet als Bekenntnis. Denn das Tier war schon immer da. Man musste es nur im richtigen Licht betrachten.

last glass of wine / 2019

Fine Art
Ein Simsbrett in einem Lost Place nahe der Stuttgarter Wagenhallen. Ein Römer-Glas, rote Teller, eine dunkle Weinflasche – als hätte jemand den Tisch gedeckt und ist nie zurückgekehrt. Streiflicht von rechts, Caravaggio lässt grüßen.

New Pop Art
Das Glas leuchtet wie eine Reliquie, die Flasche tropft Neon-Rot und Grün, das Blau der Wand pulsiert. Aus dem verlassenen Ort wird eine Bühne.

Ein lost place in der Nähe der Stuttgarter Wagenhallen. Ein Simsbrett, ein Römer-Glas, rote Teller, eine Flasche – und niemand mehr da. Was wie eine vergessene Tischszene beginnt, ist in Wahrheit ein Stillleben des Verschwindens. Das Licht fällt schräg, als käme es nicht von außen, sondern aus der Erinnerung selbst. pictures & traces macht sichtbar, was der Ort zurückgelassen hat – die Energie, die in den Dingen steckt, lange nachdem die Menschen gegangen sind.

killing peace / 2019

Fine Art
Eine Taube – weiß, Flügel weit ausgebreitet, Federn stieben. Ein Einschussloch in der Brust. Schwarz, präzise, ohne Umschweife. Street Art als Chronik des Scheiterns, gemalt in einer Zone, die offiziell nicht existiert.

New Pop Art
Das Schwarz wird zu verwittertem Mauerwerk, die weiße Taube leuchtet blau, die Federn werden zu dunklen Splittern, das Einschussloch glüht. Die Wand selbst beginnt zu sprechen – Schichten aus Zeit, Gewalt und Farbe überlagern sich.

Nikosia, Zypern, 2019. Mitten in der Sperrzone – dem Niemandsland, das seit 1974 die Hauptstadt Zyperns teilt, UN-kontrolliert, für Zivilisten gesperrt. Eine Taube an einer Wand. Weiß, Flügel weit, Federn stieben – und ein Einschussloch in der Brust. Wer diese Taube hier gemalt hat, weiß man nicht. Wann, weiß man nicht. Aber das Bild ist da, in einer Zone, die offiziell nicht existiert. killing peace wurde nicht inszeniert. Es wurde gefunden.

dancing derwish / 2019

Fine Art
Ein tanzender Derwisch als monumentales Wandbild auf verwittertem Beton – schwarz-weiß, kraftvoll, die Bewegung eingefroren. Und daneben: echte Einschusslöcher in der Wand. Nicht gemalt. Einfach da.

New Pop Art
Der Derwisch leuchtet in Blau und Weiß, der Beton wird zum immateriellen Grund, das Gewand dreht sich in irisierenden Farben. Aber die Einschusslöcher sind noch da. Die Spuren bleiben.

Nikosia, Zypern, 2019. An einer Wand, wenige Schritte von der Sperrzone entfernt, die die Stadt seit 1974 teilt. Ein Derwisch dreht sich – groß, präzise, voller Würde. Daneben: echte Einschusslöcher im Beton. Nicht als Kunst gemeint. Einfach da. Jemand hat Schönheit an eine Wand gemalt, die Krieg kennt. pictures & traces hat beides festgehalten – den Tanz und die Narben. Weil beides die Wahrheit ist.

Café Moskau, Berlin / 2024

Fine Art
Das Café Moskau an der Karl-Marx-Allee, Berlin – klarer blauer Himmel, die charakteristische Rundung, das Mosaikfries, МОСКВА und RESTAURANT in großen Lettern. DDR-Moderne als Weltbaukultur, zeitlos und präzise erfasst.

New Pop Art
Magenta-Himmel, die Fassade in leuchtendem Blau, die Scheiben brennen in Orange und Violett, der Bürgersteig wird zu rotem Lava-Grund. Das Café Moskau war immer eine Bühne – jetzt leuchtet sie.

Karl-Marx-Allee, Berlin, 2024. Ein Gebäude, das Geschichte trägt, ohne sich darunter zu beugen. Das Café Moskau – 1964 eröffnet als Aushängeschild der DDR-Repräsentationsarchitektur, heute denkmalgeschützt und immer noch da. Die Rundung, das Mosaikfries, die Schriftzüge in Kyrillisch und Latein: Alles ist noch original. pictures & traces hat diesen Ort im Panoramaformat eingefangen – weil er es verdient, vollständig gesehen zu werden. Und weil das Licht zeigt, was die Geschichte nur ahnen lässt: Dieser Bau wollte nie bescheiden sein.

Zwerg-Zikade auf Salbei / 2011

Fine Art
Eine Cicadella viridis – die Grüne Zwergzikade – auf einem Salbeiblatt, Abbildungsmaßstab 3:1. Die Zellstruktur des Blattes ist in atemberaubender Schärfe zu sehen, jedes Härchen einzeln, das Insekt perfekt im Bildfeld. Wissenschaftlich exakt und gleichzeitig bildnerisch makellos.

New Pop Art
Violett-Gelb-Neon ersetzt das Grün, die Zellstruktur des Blattes explodiert in ein psychedelisches Muster – und die Zikade leuchtet wie ein Juwel auf einem fremden Planeten.

Stuttgart, 2011. Eine Cicadella viridis – die Grüne Zwergzikade – auf einem Salbeiblatt, wenige Schritte vom lunatics Studio entfernt. Abbildungsmaßstab 3:1, selbstgebaute Linse, erste Generation. Was dabei entstand, war nicht nur ein Makrofoto – es war die Geburtsstunde von pictures & traces. Die Frage, die dieses Bild stellt, ist dieselbe, die das gesamte Projekt antreibt: Was ist da, das wir nicht sehen? cicada on sage ist die Antwort auf eine Frage, die noch niemand gestellt hatte.

lines / 2014

Fine Art
Ein Bündel Kabel in einem Betonkanal, in der Blauen Stunde aufgenommen. Die Kabel verlaufen von unten vorn in die Bildtiefe, wo sie sich im Unschärfe-Dunkel verlieren – Bokeh, Tiefe, Kälte, blaues Licht. Industriepoesie in Reinform.

New Pop Art
Derselbe Kanal, thermisch aufgeladen: Rot, Orange, Grün, Cyan – die Kabel werden zu Lavaströmen, der Fluchtpunkt brennt wie ein Krater. Aus Infrastruktur wird Energie, aus Kälte wird Hitze.

Stuttgart, 2014. Blaue Stunde. Irgendwo zwischen Gleisen und Niemandsland. Ein Kabelkanal – das Nervensystem der Stadt, das niemand sieht. lines ist eines der ältesten Werke von pictures & traces und vielleicht das ehrlichste: keine Architektur-Ikone, kein fremdes Land, kein Drama. Nur Kabel, Beton und das Licht kurz nach Sonnenuntergang. Und dennoch steckt alles drin – die Frage, was Dinge wirklich sind, wenn man sie im richtigen Spektrum betrachtet.

Kugeldistel / 2019

Fine Art
Eine Kugeldistel – Echinops sphaerocephalus – kurz vor der Blüte. Eine perfekte grün-weiße Kugel, geometrisch wie ein Sternenbild, sanft unscharf in strahlendes Grün gebettet. Stille, Reinheit, Frühling im Tonbachtal.

New Pop Art
Gelb-Grün explodiert aus dem Zentrum, Magenta-Akzente durchziehen die Stacheln, ein tiefes Ultramarinblau trägt die Szene. Aus botanischer Stille wird kosmische Energie.

Tonbachtal, Schwarzwald, 2019. Frühling. Eine Kugeldistel – Echinops sphaerocephalus – kurz vor der Blüte. Ein Moment, der nur Stunden dauert und den die meisten nie sehen. Das Tonbachtal ist bekannt für Sterneküche und geschützte Natur – aber dieser Fund liegt jenseits der gepflegten Wege. Eine Pflanze, die noch niemand bestellt hat, in einem Licht, das so noch nie gezeigt wurde. Kugeldistel zeigt, was pictures & traces sucht: die Schönheit, die wartet, bis jemand genau genug hinschaut.

snail shell / 2018

Fine Art
Die absolute Spitze eines Süßwasserschneckengehäuses in 3:1-Abbildung auf reinem Schwarz – ein Objekt wie ein kleiner Planet, warm beleuchtet, mit der unverkennbaren Spiralstruktur der Spira mirabilis im Zentrum. Caravaggio trifft Naturwissenschaft.

New Pop Art
Die Zeiss-Luminar-Linse zieht Blau, Orange und Cyan aus der Oberfläche, die Spirale leuchtet wie ein Galaxienkern, der Rand glüht. Aus Geologie wird Kosmologie.

Die absolute Spitze eines Süßwasserschneckengehäuses – Abbildungsmaßstab 3:1, selbstgebaute Linse auf Basis von Zeiss-Luminar-Aufsätzen. Was zu sehen ist, ist die Spira mirabilis – die Wunderspirale. Jacob Bernoulli (1655–1705) gab ihr diesen Namen: eine Spirale, bei der sich mit jeder Umdrehung um ihr Zentrum der Abstand vom Zentrum um denselben Faktor verändert. Die Natur baut nach diesem Prinzip seit Millionen von Jahren – ohne Bernoulli zu kennen. snail shell macht das sichtbar. Und erinnert daran, dass pictures & traces nicht das Übliche anders zeigt, sondern das Unsichtbare überhaupt erst sichtbar macht.