Einer von diesen Tagen – Streifzüge durch das Leben

robsøn

Eine beinahe wahre Geschichte, die das Leben schrieb.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt. Der Autor distanziert sich ausdrücklich von allen etwaigen Kompromitäten. 


Wenn ich heute hier mit dir sitze, ein Glas in der Hand, mich zurücklehne und den Wein langsam im Licht kreisen lasse, dann kommen sie wieder. Diese Bilder. Geschichten aus alten Tagen, von denen ich längst dachte, ich hätte sie irgendwo tief unten abgelegt.

Wir reden. Du lehnst Dich zurück, machst es Dir ein wenig bequemer und schaust mich mit diesem Blick an, den ich bis heute nicht ganz zu deuten weiß.

  • Es war wieder einmal einer von diesen Tagen. Einer von den 3-er-Tagen. Durchschnittlich eben. Es gibt die 1-er-Tage — leider fast nie, oder wenigstens doch viel zu selten. Die 2-er-Tage sind auch noch ganz gut. Und die 4-er, 5-er und 6-er-Tage — bei denen weißt du wenigstens gleich, dass aus dem Tag nichts mehr wird.… weiterlesen

  • Ein paar Tage waren vergangen, seit ich in dieser Kneipe gewesen war. War es überhaupt eine Kneipe? Sagen wir: eine Lokalität. Ist aber auch egal. Wichtig war nicht, was der Laden war. Wichtiger war, was ich glaubte, dass er war. Mir ging’s wieder ganz gut. Dachte ich jedenfalls. Zur Sicherheit wollte ich noch einen HIV-Test… weiterlesen

  • Mir zog wieder dieser Geruch in die Nase. Desinfektionsmittel. Menschen. Krankheit. Und irgendetwas, das Arztpraxen grundsätzlich an sich haben — so eine Mischung aus Hoffnung, Angst und abgestandenem Kaffee, die sich über die Jahre in die Wände gefressen hat und dort bleibt, egal wie oft jemand wischt. Kurzum: Es roch nach Arztpraxis. Es sah auch… weiterlesen

  • Es war Donnerstag Nacht auf meinem kleinen, blauen Planeten, der einsam und still durch das Weltall schwebte. Irgendwo gingen vermutlich gerade Menschen schlafen, machten Kinder oder stritten über Mülltrennung. Ich schlich durch Freiburg. Die Hände in den Taschen, den Kragen hochgeschlagen, das Hirn auf Betriebstemperatur — und das bei einer schlicht nicht vorhandenen Außentemperatur. „Passt.“,… weiterlesen

  • Alles war so wie es schon immer gewesen war. Marie saß in ihrem Bett. Das allein sagte eigentlich schon alles. Ihre Freundinnen hatten alle welche. Männer. Beziehungen. Geschichten, die angeblich funktionierten. Eine hatte sogar zwei gleichzeitig — zumindest wenn man dem glaubte, was nachts auf irgendwelchen Küchenpartys erzählt wurde, nachdem die zweite Flasche Wein leer… weiterlesen

  • Wir gingen zu ihr. Sie hatte es so gewollt. Mir war das recht. Ich mag es nicht, wenn fremde Menschen mein Zuhause betreten. Dann fangen sie an, sich für mein Leben zu interessieren. Für Bücher. Für Gläser. Für Staub. Für Dinge, die herumliegen und plötzlich aussehen wie Aussagen. Oder sie wundern sich einfach nur. Was… weiterlesen